Wahrlich schweißtreibend bei Sonnenschein, vor allem wenn dazu noch das ausgeliehene Rad für einen "Übergarde-Großen" besonders klein ausfällt. Doch einfach "wunderschön" die Tour im Mai 2011 von Klucken aus durch eine zumeist sehr einsame, stille Landschaft hin zu den anderen Schmolsiner Kirchdörfern. Im Folgenden nur eine klitzekleine Auswahl der dabei gemachten Aufnahmen...
Start gleich nach dem Frühstück, noch recht leicht rollend den asphaltierten Damm quer durch den Kluckener Wald, mit seinen Eichen und dem recht vertraut ausharrenden Wild... dann den Wald und damit den Slowinzischen Nationalpark verlassend, vorweg linksseitig den Revekol in der Ferne erblickend und ankommend in Wilhelmshof.
Ein erster Halt an der Brücke über den Kanal - rechtsseitig davor das Gutshaus mit dem Gutsgelände - seit der Auflösung der staatlichen Güter in den frühen 1990er Jahren sichtlich noch auf seine Zukunft hoffend... Saniert die drei Gutsarbeiterhäuser mit jeweils vier Wohnungen. Und auch die Wohnblöcke der 1970er Jahre auf der anderen Straßenseite wurden bzw. werden modernisiert. Und man setzt in Wilhelmshof (genauso wie im benachbarten Holzkathen) auf Agrotourismus, sprich Landurlaub. Weiter geht es den "deutsch" geplasterten Kanoulsdamm und späterhin links abbiegend den mit Platten belegten Brenkenhofsdamm - ein wahre "Wohltat" für jeden Hintern -
bis nach Brenkenhofsthal. Es gibt ihn noch, den ganz kleinen Ort, fernab des Verkehrs und mitten in den Wiesen gelegen; benannt nach Brenkenhof, den Planer der Trockenlegung der Region in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der dafür das Gut von Friedrich den Großen als Geschenk erhielt. Doch keine Spur mehr von der einst kleinsten Schenke des Landkreises Stolp in den beiden Wohngebäuden, dafür Zeichen des Abrisses und Verfalls. Nur ein geringer Teil der Hallen des einst staatlichen Gutes wird noch genutzt.
Weiter auf dem Plattenweg, mehr Schieben denn Fahren, um Speichen- und andere Brüche zu vermeiden - die ausgedehnte Streusiedlung Holzkathen im Visier. Linksseitig aus der Ferne ist die Flurstelle Schippern zu sehen - dort wird gebaut. Halt am Brenkenhofskanal - mit einem Blick nach links und einem nach rechts, hierbei in der Ferne die Wanderdünen erblickend... Links einbiegend, entlang des Kanals und dann an der Straße nach dem nicht mehr bestehenden Dorf Scholpin diese rechts überquerend - geht es zur Flurstelle Kreuz. Mein "roter Roller" kann sich hier abkühlen, doch nicht nur der. Weiter über die Flurstelle Gromoll wird die Straße nach Schmolsin erreicht - links das Kirchlein der Katholiken von Holzkathen, Wilhemshof und Klucken, rechts die alte Dorfschule - ein Stück weiter, wohl auf der Flurstelle Bratsch, dann wieder ein Stück Realität von Armut und Elend auf dem flachen Land.
Mit "Hochdruck" geht es nunmehr auf der Straße - sie ist leider nur von Klucken bis zur Holzkathener Flurstelle Schulgrommisch etwas modernisiert - nach Schmolsin. Zwar weiterhin nur ein Dorf, so hat der Ort beidseitig der Lupow sich doch den Charme einer Kleinstadt bewahrt. Von weiten grüßt die 1632 erbaute Kirche. Wie schon zu deutscher Zeit, so finden sich die meisten der kleinen Geschäfte weiterhin in der Berg- und in der Herzogin-Croy-Straße. Mancher Laden, wie der der Schlachterei Dargatz, ist somit weiterhin mit Geschäftigkeit erfüllt. Das Wasserkraftwerk liefert immer noch Strom, die Molkerei beherbergt heute das Naturkundemuseum des Slowinzischen Nationalparks, die zu klein geratene und durch einen Neubau ersetzte Schule ist zu einem Hotel ausgebaut - nur für die Oberförsterei hat sich noch kein ernsthafter Interessent gefunden.
Durch einen herrlich duftenden Kiefernwald geht es von Schmolsin aus über einen Kilometer durch feinen, bremsenden Sand und leider auch über einen arg desolaten Plattenweg nach Schlochow. Kein Vergleich zu den Büdnern und Fischern von Klucken und Holzkathen - in Schlochowals vormals kleinster Gemeinde des Stolper Landkreises maaßen die Gehöfte der Bauern wesentlich mehr an Hektar und der Ertrag war auch wesentlich höher. Entlang der einen Seite der kurzen Dorfstraße künden die stattlichen Häuser heute noch vom einst stolzen Bauerntum.
Von Schlochow aus geht es zurück nach Schmolsin - zum einstigen Bahnhof der Stolper Kreisbahn. Nur mit sehr, sehr viel Phantasie bzw. eisenbahnerischem Wissen und Gespür sind noch Spuren der 1945 demontierten Strecke zu finden. Verwiesen sei auf die Internetseite http://de.wikipedia.org/wiki/Stolper_Bahnen Doch auf dem alten Bahndamm als ausgewiesenen Rad- und Wanderweg geht es dafür abseits der engen und nicht sehr guten Straße mit deren rasant gewachsenen Verkehrsaufkommen weiter - durch Wald und über Feld. Langsam immer kleiner werdend, grüßt rechts des eingeschlagenen Weges der kegelkopfförmige Revekol herüber. Als Beleg für den gewählten Weg mag diese Schwellenschraube dienen, die nach einigem Puhlen ans Tageslicht befördert wurde. Dem zwischenzeitlichen Nieselregen in den Wiesen und den lästigen Mücken im Wald getrotzt - Ankommen in Zietzen: Linksseitig vielleicht die vormalige Molkerei? Rauf auf die Straße, linker Hand die alte Dorfschule passierend, geht es über die Dorfstraße - 1, 2 und 3. Irgendwo steht dann dieses backsteinerne Gebäude, welches an ein Spritzenhaus erinnert. Ringherum "Spuren der Romantik" - 1, 2 und 3 -, um es einmal so zu nennen...
Wieder zurück durchs ganze Dorf radelnd, geht es nach Vietkow: Dort kommt es gleich im Unterdorf zur Begrüßung durch diesen borstigen Gesellen. Weiter geht es - der Himmel droht merklich düster - die Dorf- oder hier wohl besser die Verbindungsstraße hinauf ins Oberdorf. Auch hier sind die Zeichen des Verfalls unübersehbar.
Es wird heller am Himmel - doch lieber nun rascher in die Pedale tretend gen Virchenzin: "Pommern-Gänse" stehen hier zur Begrüßung auf dem Acker bereit - romantisch wirkt das Dorf von der Landstraße her. Ergo runter von der Hauptstraße und rauf auf die Dorfstraße - 1 und 2. Stattlich dieses Gebäude, wohl dereinst die Schule - weniger stattlich andere Gehöfte - 1, 2 und 3...
Von Virchenzin aus durch eine dichte Allee rollt es sich mit dem Rad nach Selesen hinein. Unübersehbar auch hier die vielen Probleme. Das Gut ist aufgegeben, kein Blöken mehr in den Kuhställen. Das Gutshaus der Bandemers verfällt zusehends, das im Kern barocke Bauwerk bröckelt. Verfall auf vielen Gehöften, doch vielleicht auch nur Zeichen anderer Ordnungs- und Werteregeln? Entlang der Dorfstraße eine Reihe von Häusern - 1, 2 und 3 - dann geht es bergan schon wieder hinaus aus dem Ort in Richtung Schmolsin, von dort über den Kanoulsdamm (Kanalsdamm) - also wieder fernab der Straße - bis nach Wilhelmshof und von dort zurück an den Ausgangsort der Tour - nach Klucken.
Pilgern auf dem Jakobsweg durch´s einsame Lebamoor
Und "einsam" ging es dann auch auf dem Jabobsweg weiter, der von Schmolsin über Klucken quer durch das Giesebitzer Moor in Richtung Leba führt. Bis dahin ging es nicht, doch dafür wurden die Dörfer entlang von Pfaden und Straßen aufgesucht...